Mi

15

Sep

2010

Jäger par excellence: Der Gefleckte Raubbuntbarsch (Petenia splendida)

Petenia splendida

Das Jagdverhalten dieses spezialisierten, auch für den Pfleger von Raubwelsen hochinteressanten Lauerräubers ist schon etwas Besonderes:

 

In schräger Haltung, meist noch gut zwischen Pflanzen getarnt, pirscht sich der Gefleckte Raubbuntbarsch (Petenia splendida) an seine Beute und damit meist kleinere Fische heran. Den günstigsten Moment abwartend, schießt dieser imposante Cichlide sodann blitzartig nach vorn und öffnet dabei sein vorgestülptes Maul weit auf. Mittels dieser „Fangmaske“ wird das Opfer wie bei einem Ministaubsauger angezogen und verschlungen.

Die Gattung Petenia ist monotypisch, ihr gehört somit nur die eine, aus Mittelamerika stammende Art Petenia splendida an. Arttypisch ist der gestreckte und seitlich stark zusammengedrückte Körper. Der englische Name „Bay Snook“ spielt auf die Kopfform an, die beinahe schon mit einer „langen Nase“ („snook“) verglichen werden kann. Die Grundfarbe ist silbrig glänzend (von lat. splendidus = glänzend) mit einigen dunklen Flecken. Neben dieser Normalform kommt auch in der Natur eine – seltenere – gelbe, orangefarbene bis rötliche Morphe vor.

Petenia splendida ist relativ anspruchslos und widerstandsfähig. Obgleich ein Fischfresser, lässt sich dieser Buntbarsch leicht halten, denn er nimmt bald auch Ersatzfutter wie Forelli oder Störpellets, wenn er von klein auf daran gewöhnt wurde. Bei seiner Pflege sollte man lediglich eine starke Beleuchtung vermeiden, da diese vor allem beim Fehlen von Unterständen in Form großer Wurzeln oder Solitärpflanzen zu sichtlichem Unwohlsein führen kann.

 

Aufgrund seiner Friedfertigkeit lässt sich Petenia splendida gut und langfristig mit bestimmten räuberisch lebenden Welsarten wie beispielsweise denen der Gattung Cephalosilurus vergesellschaften. Innerartlich kommt es manchmal unter den Männchen zu rivalisierenden Kämpfen oder beim Paar zu kleineren Streitigkeiten, die aber in der Regel über reine Drohgebärden ausgetragen werden und damit ohne Blessuren verlaufen.

Trotz seiner Länge von bis zu 45 Zentimetern im Aquarium, wobei die Weibchen deutlich kleiner bleiben, hält dieser ruhige und wenig schwimmfreudige Cichlide auch in Becken mit einem Fassungsvermögen ab 500 Liter gut aus. Keinesfalls darf man ihn mit aggressiven Buntbarschen vergesellschaften, denn bei den so vorprogrammierten Streitigkeiten zieht er rasch den Kürzeren und kümmert dann.

 

Die hier gezeigten, nahezu ausgewachsenen Exemplare der gelben Farbmorphe schnappen nach den gereichten Futter-Pellets (Maxi-Größe für Störe!) genauso gierig wie nach Fischen. Der durch das Vorstülpen und Öffnen des Mauls erzeugte Sog ist so gewaltig, dass die Pellets regelrecht in das Maul dieser Buntbarschart zu fliegen scheinen. Vor allem die Männchen, die aufgrund ihrer größeren Endlänge ein noch riesigeres Maul aufweisen, gewähren dem Betrachter dadurch manchmal tiefe und vor allem eindrucksvolle Einblicke.

 

 

In einer kleinen Gruppe gehalten, können sich die Tiere nur selten bei der Futteraufnahme Zeit lassen. So wundert es nicht, dass ihr Fressvorgang auch beim Verabreichen von Pellets in einer mit dem Auge kaum mehr wahrnehmbaren Geschwindigkeit abläuft. Dasjenige Exemplar, das zu spät sein Maul vorstülpt, hat das Nachsehen und muss beim nächsten Mal schneller sein als seine Nahrungskonkurrenten.

Petenia splendida ist ein Offenbrüter, der beispielsweise auf Steinen oder schräg stehenden Steinplatten ablaicht. Das nachfolgende Foto zeigt ein Paar (Weibchen im Vordergrund) mit einem Teil des Geleges. Ihren Nachwuchs betreuen die Eltern sorgsam über viele Wochen bis zur Größe von mehreren Zentimetern.

Fazit: Für mich ist Petenia splendida eine der schönsten Riesenarten – vor allem ausgewachsene Exemplare sind herrlich anzuschauende Pfleglinge und faszinierende Charaktertiere.

 

Weitere Bilder zu Petenia splendida siehe Fotogalerie.

 

Wolfgang Ros

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Kommentare: 2
  • #1

    Jan (Samstag, 25 September 2010 20:32)

    Hallo Wolfgang,

    der gefleckte Raubbuntbarsch ist wirklich beeindruckend. Danke für diesen Artikel und die schönen Fotos.

    Wie groß muss denn eigentlich ein Aquarium für 45 cm große Fische sein? Die Becken Maße müssen riesig sein.

    Gruß Jan

  • #2

    Wolfgang Ros (Mittwoch, 29 September 2010 18:15)

    Hallo Jan - vielen Dank für deine nette Rückmeldung und zugleich sorry für mein verspätetes Feedback. Die Becken müssen bei P. splendida nicht ganz so riesig sein, wie man angesichts der Gesamtlänge der Tiere (vor allem der Männchen) vermuten könnte. Denn es sind recht ruhige Vertreter, ein Paar in einem 500-Liter-Becken ist aus meiner Sicht vertretbar.

    Grüße, Wolfgang