So

24

Okt

2010

Franz Kern am Rio Tefé/Amazonas: Bildbericht „Welse und mehr...“

Franz Kern
Franz Kern - Rio Tefé-Reise 2010

Der Österreicher Franz Kern ist Zootierpfleger im Ruhestand und Obmann des Linzer Aquarien- und Terrarienvereins „Artemia". Zusammen mit seiner Lebensgefährtin Eva Blüthl hat er gleich mehrfach das gewaltige Becken des Amazonas und dort selbst entlegene Urwaldgebiete bereist.

 

Wir haben beide auf dem 34. Symposion für Vivaristik „Mensch-Tier-Umwelt“ (siehe Bericht über diese Veranstaltung) in Litschau kennen gelernt und sind sehr froh darüber, dass sie uns einige ihrer schönsten Fotos von der Fauna, aber auch der einheimischen Bevölkerung Brasiliens hier in kommentierter Form vorstellen werden.

Eva Blüthl
Eva Blüthl - Rio Tefé-Reise 2010

Die folgenden Bilder wurden am Rio Tefé/Brasilien aufgenommen und sind lediglich ein erster Vorgeschmack auf die vielen herrlichen Fotos, die noch eingestellt werden. Natürlich liegt der Schwerpunkt auf Welsen, seien es die räuberisch lebenden Arten oder L-Welse, Dorn- oder Panzerwelse. Daneben werden aber auch Cichliden, Rochen etc. gezeigt – also ganz dem Namen dieser Homepage „Welse und mehr...“ entsprechend.

So, jetzt aber möchten wir Franz Kern selbst zu Wort kommen lassen:

1946 bin ich in Kirchdorf an der Krems in Oberösterreich geboren. Ich wuchs somit auf dem Land auf und bin schon von daher auch sehr naturverbunden.

 

Seit meinem 20. Lebensjahr beschäftige ich mich mit Aquarien und entdeckte dabei auch meine Liebe zu den Wasserpflanzen. Mein Stolz war immer ein großes Aquarium mit vielen prächtigen Pflanzen und kleinen Zierfischen in meiner Wohnung. Später versuchte ich mich im Nachzüchten meiner Aquarienpfleglinge. Ich begann mit der Nachzucht von Barben, Bärblingen und Ziersalmlern bis hin zum Kongosalmler, darüber hinaus auch von Skalaren. Die Zahl meiner Zuchtaquarien stieg ständig.

 

1976 zog ich nach Linz in die Stadt und musste mich aus Platzgründen von den meisten Aquarien trennen. Dem Aquarienverein Artemia-Linz bin ich 1979 beigetreten und leite diesen als Obmann nunmehr seit 30 Jahren.

 

1982 wechselte ich meinen Beruf vom Tischler zum Tierpfleger im Zoo Linz. Dort konnte ich als Pfleger bei den Aquarien und Terrarien mein Hobby voll ausleben. Bei meiner Arbeit mit den Aquarienfischen wuchs auch der Wunsch, mehr über die Tiere in Erfahrung zu bringen und nähere Informationen über ihren eigentlichen Lebensraum zu erhalten. Mich beschäftigte die Frage, wie sich die Fauna vor Ort darstellt, wie genau die Tiere dort wohl leben und wie die Fische vor Ort aussehen mögen. Besonders galt dies für den Diskus. So machte ich mich in der einschlägigen Fachliteratur und hier insbesondere über den Mergus Aquarien-Atlas kundig.

Franz Kern
1987 am Rio Tefé.

Vor allem der Rio Tefé Diskus hatte es mir dabei so sehr angetan, dass ich mit einem Kollegen aus meinem Aquarienverein 1987 kurz entschlossen ins Amazonasgebiet nach Tefé/Brasilien flog. Keiner von uns beiden konnte damals auch nur ein Wort Spanisch oder Portugiesisch sprechen und wir konnten uns vor Ort folglich kaum verständigen, was sich letztlich auch auf unsere Fangerfolge auswirkte. So war es zwar eine sehr abenteuerliche Reise zum Rio Tefé, aber ich fand damals keinen einzigen Diskus. Dafür bemerkte ich, dass es dort nicht nur Fische, sondern auch ganz liebenswerte Menschen gibt.

 

Sofort nach meiner ersten Amazonasreise habe ich beschlossen, Spanisch zu lernen. Da ich Lateinamerika kennenlernen wollte, habe ich mich für Spanisch entschieden, obwohl in Brasilien Portugiesisch gesprochen wird. Trotzdem klappt die Verständigung mit meinen Freunden gut.

Eva Blüthl und Franz Kern
1992 zusammen mit Eva am Rio Tefé.

Fünf Jahre später begleitete mich meine Lebensgefährtin Eva Blüthl das erste Mal zum Amazonas. Sie war so begeistert, dass sie schon beim Heimflug zu mir sagte: „Nächstes Jahr fahren wir wieder zum Rio Tefé“.

 

Bei allen unseren Brasilienreisen verbrachten wir jedes Mal zumindest eine Woche am Rio Tefé. Wir waren heuer wieder vor Ort und unsere Freundschaft zu unseren Freunden vor Ort hat sich weiter gefestigt. Die Kinder meiner Freunde haben heute Internetzugang und eigene E-Mail-Adressen und so kann ich den Kontakt gut pflegen.

Franz Kern
2010 am Rio Tefé.

Seit 2006 bin ich in Pension und habe mehr Zeit für meine Hobbys. Neben dem Fotografieren sind dies hauptsächlich naturkundliche Vorträge, die ich zu verschiedenen aquaristischen und terraristischen Themen mache. Ganz im Vordergrund der Vorträge stehen jedoch die Reiseberichte über unsere zahlreichen abenteuerlichen Fischfangreisen in den letzten 20 Jahren.

 

Die folgende Bildergalerie soll Ihnen einen Einblick in die fantastische Natur und hier vor allem die bunte und vielfältige Fischwelt des Rio Tefé vermitteln. Schwerpunktmäßig stelle ich Fotos von der diesjährigen Reise vor, am Anfang ergänzt durch einige Bilder von den früheren Touren. Beginnen möchte ich mit den Menschen vor Ort, mit denen wir bis heute freundschaftlich verbunden sind. Die Fotos habe ich jeweils unten mit einer entsprechenden Erläuterung versehen. Beim Betrachten der Bilder wünsche ich Ihnen möglichst zahlreiche neue interessante Eindrücke, vor allem aber viel Freude.

 

Franz Kern/Linz, im Oktober 2010 

Im Folgenden habe ich für Sie noch einige Filmsequenzen zusammengestellt, die das obige Bildmaterial eindrucksvoll ergänzen.

 

Das erste Video zeigt Eduardo, unseren Fahrer und Führer, beim Fang von Buntbarschen (unter anderem: Cichla ocellarisin der Umgebung von Santa Cruz. Diese Aufnahmen habe ich bei unserer 2010 durchgeführten Rio Tefé-Reise gemacht.

 

Im zweiten Video (ebenfalls anlässlich unserer 2010 durchgeführten Rio Tefé-Reise) ist der Schwarze Piranha (Serrasalmus rhombeus) zu sehen.

 

Das dritte Video entstand 1999 anlässlich der damaligen Amazonas-Reise. Seinerzeit führte der Rio Tefé Hochwasser und zusammen mit meinen einheimischen Freunden konnten wir deshalb in Santa Cruz mit dem Kanu zu den Diskus-Biotopen fahren.

 

In der Nacht gelang es uns, gleich mehrere Exemplare des mich bis heute faszinierenden Tefé-Diskus (Symphysodon aequifasciatus "Tefé") zu fangen. 

Neben bereits Gezeigtem wie dem Diskusfang enthält das vierte Video, eine fast 21-minütige Langversion aus dem Jahr 1999, einige weitere Szenen mit ganz unterschiedlichen Eindrücken vom Rio Tefé.

 

In der Casa von Eduardo sieht man einen zahmen Kuhreiher, der von Eduardo hochgepäppelt wurde und rund ums Haus mit den Hühnern spaziert. Die Affenbabys sind Wollaffenkinder, die Eduardo im Wald bei ihrer toten Mutter gefunden und mit der Flasche aufgezogen hat. Ob die Mutter einem Unfall erlegen ist oder ob sie angeschossen wurde, weiß man nicht. Bei den letzten Filmsequenzen ist Eva bei ihren unermüdlichen Versuchen zu sehen, mit der Angel Piranhas zu fangen, meistens hängen räuberisch lebende Welse am Haken, die sie wieder zurücksetzt.

- alle Film- und Fotoaufnahmen in diesem Beitrag © Franz Kern -