Tipps und mehr...

Ohne Katzenwelse ist auch keine Lösung

Jahrelang habe ich eines meiner absoluten Lieblingswelse nicht mehr gepflegt.

Aber "Alte Liebe rostet nicht" sagt ja ein Sprichwort.

Zuerst sah ich das große Art-Becken im Zoo am Meer in Bremerhaven. Das ist übrigens immer einen Besuch wert. Kein großer Zoo, aber fast alles wird  dort artgerecht gehalten, die Aquarien sind ordentlich und das riesige Becken mit den Stichlingen beeindruckte mich sehr.

Stichlinge erinnern mich an meine Kinder- und Jugendzeit.Wie bei vielen älteren Aquarianern waren das meine ersten Fische. 

Sie sind aber für Anfänger extrem schwierig zu halten

Wohl kaum jemand hat damals mit der Einmachglas-Aquaristik große Erfolge gehabt. 

 

Goldfische waren da natürlich viel leichter zuhalten, d.h. sie waren einfach unempfindlicher und überlebten sogar kleine und mittelgroße Fehler von unerfahrenen Aquarianern. So oder ähnlich sah wohl mein Goldfischbecken vor 1960  aus.

Ohne Technik, dafür trübes Wasser und Algen !

Von 1960 an pflegte ich immer wieder Katzenwelse, natürlich auch mal mit größeren Pausen. In den ersten Jahren ist es nicht mehr festzustellen ob ich A.nebulosus, den Braunen Katzenwels oder A. melas, den Schwarzen Katzenwels hatte.In den Jahren ab 1980 waren es sicherlich die Braunen.Die  letzten A. nebulosus hatte ich vor etwa im Sommer 2010 abgegeben.

 

 

12.05.2018

Bei einem Besuch der Pflanzentage am 12.05. 2018 am Congress-Zentrum/Hannover entdeckte ich einige Jungtiere vom Braunen Katzenwels an einem Stand für Gartenteichfische. Die Tiere sahen gesund aus.

Der Verkäufer hatte allerdings kein große Wissen von dem was er verkaufte. 

Auf meine Frage hin, um welche Art es sich handelte antwortete er: "Das ist der Zwergwels, dass sind die, die wir hier immer haben..."

Erstaunlich wer in Deutschland alles Tiere verkaufen darf !!!

 

Trotzdem gingen zwei

kleine Welse in meinen Besitz über.

Die Größe der Winzlinge kann man gut an der Größe der dazu

gelegten Streichholz-schachtel  ersehen.

Zuhause angekommen wurden die beiden Zwerge erst einmal in einem 20-Liter -Plastikbecken, mit "chinesischen Blubberfilter" und Welsröhren untergebracht.

Das Quarantänebecken, 55 Liter, das ich 

meistens für unvorgesehene Einquartierungen laufen habe, mußte noch welsgerecht ausgestattet werden.

Die Fische vorerst in Quarantäne zuhalten hielt ich für sinnvoll, da die Welse im Verkaufsbecken auch mit anderen Fischarten wie Stichlinge und Moderlieschen (?)

gehalten wurden.

 

Die welsgerechte Einrichtung  im 54-Liter -Quarantäne-Aquarium war schnell getan.

Mit so einem Becken hat man die Möglichkeit eventuell erkrankte Fische eventuell separat zu behandeln. Auf jeden wird der vorhandene Bestand nicht angesteckt. Oft brechen Krankheiten ja erst durch hinzu gesetzte neue Tiere durch Stress und Angst aus.

Es erschien mir auch wichtig, dass die Welse sich geschützt fühlen durch Höhlen und Steinaufbauten und sich so langsam eingewöhnen.

Sehr gute Erfahrungen habe ich mit belaubten Zweigen ( Buche) gemacht, die man gut zwischen die Scheiben klemmen kann.Sie sorgen dafür, dass die Beleuchtung nicht zu intensiv strahlt. Natürlich gab es einen Bodengrund (Schwarzer Kies -Nicht scharfkantig!) und einen Filter.

Ein Quarantänebecken braucht  nicht öde und langweilig aussehen. Wichtiger ist aber  die tägliche gesundheitliche Kontrolle der Welse, ob es Veränderungen gibt und ob gefressen wird (Futtereste). Selbst verfressene

Braune Katzenwelse müssen sich an gewisse Futterumstellungen manchmal erst gewöhnen. So war es auch bei den beiden Neuen. Markenflockenfutter wurde zuerst nicht angenommen und Frostfutter auch nicht. Erst zerhackte Regenwurmstückchen waren das Richtige.

Futterreste müssen täglich abgesaugt werden.Ansonsten sollte man die Tiere erst mal zur Ruhe kommen lassen. Die Eingewöhnung, je nach Herkunft (Teich-oder Aquarienhaltung) kann unterschiedlich lange sein. Nach anfänglicher Scheu ist das aber spätestens nach etwa einer Woche überwunden und die Zwerge werden zu lebhaften Schwimmern und Futtersuchern.

Die Beiden fressen gut und haben kein Veränderungen im Verhalten. Am Körper,an den Flossen und Augen ist ebenfalls alles in Ordnung.Wenn weiterhin alles unauffällig verläuft sollen sie nach 14 Tagen, am 26.05.2018 in ein 240 Liter-Becken umgesetzt werden.

Das größere Aquarium ist gut eingerichtet mit kiesigem Bodengrund, robusten Pflanzen, Schwimmpflanzen, Steinen, Hölzern, Höhlen und Verstecken. Als Mitbewohner leben seit ein paar Monaten drei 20 cm große Schilbe intermedius hier, die  tagaktiv sind.Eine Gruppe von Fiederbartwelsen, (Hybriden von Synodontis multipunctatus) versteckt sich tagsüber auch in den Höhlen. Die sind aber überwiegend nachtaktiv und sollen aber bald wieder zu den Malawi -Cichliden ins Wohnzimmer.

In dem zweiwöchigen 

Aufenthalt im Qurantänebecken

sind die Welse schon gewachsen.

Siehe Zündholzschach-tel. Fotos sind vom Umsetzen 54-Liter in 240 Liter-Aquarium.

 

Besonders ein Tier ist größer und stärker.

Das Foto ist beim Umsetzen entstanden. Beachte den Größenunterschied.

Im neuen Becken waren die Tiere viel lebhafter, schwammen ständig herum und suchten Futter.

Leckere Regenwürmer sind eine Delikatesse für Katzenwelse.

Zu den Mitbewohner :

Einer der fünf nachtaktiven

Fiederbartwelse, die das Becken mit bewohnten.

Größe etwa

20 cm

Bei den drei

Schilbe 25 cm

(2 Albinos ,

1 "Normaler")

hatte ich keine Befürchtungen,dass die Vergesellschaf-

tung nicht klappen würde.Zum Fressen waren die Katzenwelse schon zu groß.Und die Schilbe wissen wahrscheinlich nicht, dass sie eigentlich Raubfische sind ;-)

 

25.05.2018

Das Ganze funktionierte recht gut. Die KW wuchsen und waren weiterhin aktiv

bis zum 25.05.18. Es war nur noch der größere  Zwergwels zu entdecken.Sicherlich hatte er sich irgendwo versteckt. Am 27.05. (vom Wels nichts zu entdecken) nahm ich die Abdeckhaube ab um Näheres zu erkunden.

Dabei stellte ich fest...

Auf der linken Seite des Beckens befindet sich der große Hamburger Mattenfilter. Eine Fläche von 10 x 50 cm ragt etwa 1 cm aus dem Wasser.Der Motor ist etwas tiefer eingesetzt. Dadurch bildet sich eine Mulde.In dieser Vertiefung fand ich den Katzenwels lebend vor.

Ich nehme an, die nachts sehr aktiven Fiederbartwelse haben die etwas kleineren und ruhigeren Zwergwelse beunruhigt und ein Tier  veranlasst auf den Filter zu springen. Irgendwie ist er dann in der Vertiefung am Motorkopf hängen geblieben und kam nicht wieder ins Wasser.

Dem Fisch ging es durch die über der Wasserfläche befindliche starke Luftfeuchtigkeit gut. Ich konnte ihn so gleich  ins Wasser setzen und schon schwamm er wieder munter umher.

Die nun als nächtliche Störenfriede erkannten Fiederbartwelse kamen wieder

in das 300-Liter-Wohnzimmerbecken zu den Malawi-Cichliden. Hier hatten sie zuvor auch jahrelang mit den Barschen zusammen ohne Probleme gelebt.

Dann habe ich auf der Filteroberfläche die Mulde beseitigt.Mit Glasmurmeln, die ich sonst für Zuchtzwecke benutze, füllte ich die Vertiefung auf. Eventuell

war diese Maßnahme überflüssig. Die Nachtschwärmer sind ja umgezogen, aber sicher ist sicher.

 

28.06.2018

Ich bin heute am 28.06.18 erst dazu gekommen die Fortsetung des Berichtes zu schreiben. Allen Tieren geht es gut . Die beiden Katzenwelse habe an Größe und Gestalt schon ordentlich zugelegt. Mehr darüber demnächst.

Anbei noch ein paar neuere Fotos von den KW's. Das  sind und werden noch ganz stattliche Burschen.

Etwas noch:  Katzewelse sind als junge Fische sehr tagaktiv und schwimmen viel umher, so dass man an ihnen ständige Freude hat.

 

01.09.2018

Heute ist der 01.09.2018 .Die Welse sind nochmals ein Stück gewachsen gewachsen. Den heißen Sommer haben sie  gut überstanden. Sie sind aber ruhiger geworden und schwimmen nicht mehr so unruhig umher.

10.10.2018

 

Es geht weiter mit den beiden Katzenwelse.Inzwischen sind die beiden genau so groß und größer als die Schilbe, also 20 und 25 cm.

Beide Welsarten vertragen sich gut. Die afrikanischen Schilbe sind ja überwiegend tagaktiv und schwimmen frei.

Die Zwergwelse sind in ihren Verstecken im Pflanzendickicht oder warten unter der Wasseroberfläche stehend auf Futter.

Nach wie vor sind Regenwürmer ihr Lieblingsgericht.Ansonsten fressen sie auch gerne Pellets (sickend) und verschiedene Tablettenfutter. Rohes Säugerfleisch und Frostfisch wir auch  gern angenommen.

 

 

 

04.11.2018

 

08.11.2018

Prächtige große Tiere sind es geworden-wenn man an die Anfangsgröße vom Mai 2018 denkt...

Die gleichen Tiere wirken auf verschiedenen Fotos mehr oder weniger unterschiedlich groß und dick.Das liegt natürlich daran, dass sie entweder gerade gut gegessen haben oder noch auf ihre Mahlzeit warten...

 Der Bericht wird laufend fortgesetzt und aktualisiert.

FROST FUTTER FÜR HEMIBAGRUS NEMURUS.

 

 

Geeignetes, abwechselungsreiches  Futter  für Welse sucht man an sich ja ständig. Nur machen die Fische oft nicht mit, wenn man was Neues ausprobiert.

Kürzlich entdeckte ich in einem Supermarkt was interessantes in der Tiefkühltruhe.

Pazifische Schollenfilets von EDEKA.

Mein Hemibagrus, der sich zum Lauerjäger entwickelt hat und nur gelangweilt nach Regenwürmern oder Pellets schnappt entwickelte sich zum rasanten hungrigen Schnellschwimmer. Siehe Fotos klein -anklicken!

Fr

03

Jun

2011

Lesetipp: Datz-Artikel zur Aggressivität von Hemibagrus wyckii

Datz 06-2011
Deckblatt Datz 06/2011

Zum Aggressionsverhalten von Hemibagrus wyckii findet sich zumal in Internetforen so manche Horrorgeschichte. Nicht zuletzt deswegen hat dieser Raubwels unter anderem auch seinen Beinamen „Black Devil Catfish“ erhalten. Aber: Ist diese Welsart tatsächlich so angriffslustig? 

 

Lesen Sie dazu den Artikel „Hemibagrus wyckii: Zum Aggressionsverhalten eines furchtlosen Raubwelses“ in Datz 06/2011, der in enger Zusammenarbeit mit Allan James von Scotcat entstanden ist.

mehr lesen 0 Kommentare

Do

02

Feb

2012

Eismeergarnelen für größere Raubwelse

Eismeergarnelen (Pandalus borealis)

Die von Reinhold aufgezeigte Möglichkeit, größeren Raubwelsen hin und wieder kanadische Jumbo-Regenwürmer zu verabreichen (siehe Bericht), ist sicherlich eine von vielen guten Möglichkeiten, seine Lieblinge abwechslungsreich zu füttern.

 

Bei Wildfängen ist diese Methode schon deswegen geboten, weil manche Arten zumal in der Phase der Eingewöhnung zappelnde Bewegungen ihrer Beute als Ermunterung beziehungsweise Einladung zum Fressen dringend benötigen. Meinen Pfleglingen verabreiche ich manchmal auch ganze Eismeergarnelen (Pandalus borealis).

mehr lesen 0 Kommentare

Fr

19

Nov

2010

Zucht und Vermehrung von Katzenwelsen (Ameiurus nebulosus)

Katzenwels-Paar
Grundvoraussetzung für die Zucht ist natürlich immer ein gut harmonisierendes Paar.

Über eine bewusste Zucht des Braunen Katzenwelses (Ameiurus nebulosus) im Aquarium ist so gut wie nichts bekannt. In einem größeren Gartenteich ist sie allerdings schon möglich (siehe den hier eingestellten Blog-Artikel). Sicherlich ist es immer die Krönung jeder Fischpflege, wenn sich der erhoffte Nachwuchs einstellt. So hat man die Gewissheit, dass die Tiere optimal gepflegt werden und man als Pfleger alles richtig macht.

Recherchen in der Fachliteratur ergeben folgende Aussagen:

  • Die Laichzeit ist in der Natur (USA) meist von April bis Juni.
  • Die Wassertemperatur liegt dann bei 18 bis 20° Celsius.
  • Ein gut harmonisierendes Paar baut ein Nest. Das ist quasi eine flache Grube mit Pflanzenmaterial. Oft ist der Standort hier unter überhängenden Ufern, großen Ästen oder Holzwurzeln. Selbst in Gewässern entsorgter Müll wie Autoreifen oder Ofenrohre werden angenommen.
  • Die Eiablage beträgt 500 bis 4.000 Eier. Die klebrigen, cremefarbenen Eier werden in Klumpen abgelegt, ähnlich unserem bekannten Froschlaich, und sind etwa 3 bis 4 Millimeter groß. Nach ca. 8 Tagen (entscheidend ist die Wassertemperatur) schlüpft die junge Schar.
  • Die Männchen betreiben Brutpflege. Zuerst werden die Eier, später die Larven und Jungwelse bewacht, die im Schwarm oder in Schulen schwimmen. Zunächst fressen die Welschen wirbellose Kleintiere. 
mehr lesen 0 Kommentare

Di

17

Aug

2010

Futter bei die Fische

Giant Canadian Night Crawlers

Pfleger von Raubwelsen oder größer werdenden Cichliden suchen oft nach neuen Futtermitteln. Mit Trockenfutter und Tablettenfutter allein kommt man oft nicht weiter. Ja, Lebendfutter sollte es so oft wie möglich sein.

 

Bei einem Angelshop in meiner Nähe bin ich Stammkunde. So einiges an Rotwürmern habe ich dort schon gekauft. Natürlich meistens in den Wintermonaten. In so einer Dose sind etwa 15 Stück. Für meine zwei 20 cm langen Katzenwelse ist das eine normale Mahlzeit.

Mein freundlicher Verkäufer machte mich neulich auf kanadische Regenwürmer aufmerksam. Die haben wirklich “Holzfällergröße“.

mehr lesen 0 Kommentare

So

28

Nov

2010

Lesetipp: Datz-Artikel über fast halbmeterlange Hexenwelse

Datz

Bei Hexenwelsen denken die meisten Aquarianer an Vertreter der kleineren Gattungen wie Rineloricaria und hier hauptsächlich an die auch Zwergharnischwels genante Art Rineloricaria fallax, welche die 10-Zentimeter-Marke nur wenig übersteigt. Doch der Begriff "Hexenwelse" umfasst noch ganz andere, deutlich größer werdende Arten. 

So bringt die aktuelle Datz 12/2010 in ihrer Rubrik "Neu importiert" einen interessanten Beitrag von Sandor Tüllmann über "Paraloricaria commersonoides: Riesen-‚Hexen‘ aus Argentinien". Mit ihren zerfasert wirkenden Lippen wirken die dort gezeigten Exemplare skurril und anmutig zugleich.

mehr lesen 0 Kommentare

Do

28

Okt

2010

Lesetipp: Datz-Artikel von Walter Lechner: Nach ‚Down Under‘ – der Welse wegen...

DATZ Walter Lechners Australien-Blog

 

 

 

 

 

Ein vom österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) finanziertes Forschungsprojekt bringt den Bioakustiker Walter Lechner vom Department für Verhaltensbiologie der Universität Wien in den nächsten beiden Jahren zu den Heimatbiotopen zahlreicher Welsarten. 

Seine erste Tour hat ihn nach Australien geführt, von wo er in seinem Datz-Australien-Blog berichtet.

Sein neuester Beitrag "‚Down Under‘ – der Welse wegen..." ist auch in der aktuellen Datz (Ausgabe 11/2010) veröffentlicht. 

 

Hier geht es direkt zu dem Datz-Artikel.

Der Bericht kann auf der angegebenen Datz-Seite - unten - auch als pdf-Datei heruntergeladen werden.

0 Kommentare